Einflüsse auf den Krankheitsverlauf
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Berufliche Überlastung
Menschen
mit
einer Psychose können Stress nur schwer bewältigen. Eine für andere Menschen
normale berufliche Belastung ist für sie unter Umständen – beispielsweise
in Krisensituationen – nur schwer zu ertragen. Es lohnt sich daher, Situationen
zu meiden, in denen zu viele Anforderungen auf einmal bewältigt werden
müssen. Vielleicht lässt sich der Arbeitsplatz oder die Arbeitszeit optimieren.
Dazu ist es hilfreich, sich genau zu überlegen, welche Situationen besonders problematisch
sein können. In Absprache mit den Kollegen, einem Sozialarbeiter oder dem Arzt
kann der Arbeitsalltag idealerweise so geplant werden, dass
Problemsituationen möglichst vermieden werden.
Alkoholkonsum
Menschen,
die Medikamente nehmen, sollten generell mit Alkohol noch vorsichtiger sein
als ihre Mitmenschen. Da Alkohol direkt auf die Psyche wirkt, trinken viele Menschen
mit einer psychischen Störung Alkohol. Sie glauben, sich dadurch Erleichterung
zu verschaffen. Zunächst schlafen sie nach einem gewissen Quantum Alkohol
vielleicht besser oder können leichter mit anderen Menschen in Kontakt treten.
Diese Verbesserung ist jedoch meist nur von kurzer Dauer.
Ständiger
Alkoholkonsum birgt viele Risiken: unzählige Medikamente werden in ihrer Wirkung
durch Alkohol verstärkt oder abgeschwächt, ausser dem können unerwünschte Wirkungen
und Komplikationen auftreten. Häufiger Alkoholkonsum beeinträchtigt die eigene Fähigkeit,
sich richtig einzuschätzen und angemessen zu reagieren, zusätzlich zu den Auswirkungen
der schizophrenen Psychose. Die anfänglich als positiv empfundene
Wirkung des Alkohols kann in ihr Gegenteil umschlagen: der Alkohol verstärkt
die Psychose. Auch die Therapie klingt weniger gut an, was wiederum eine
Stabilisierung des Patienten verhindert.
Drogenkonsum
Das,
was für den Konsum von Alkohol gilt, gilt in stärkerem Masse für den Drogenkonsum.
Die Risiken einer Drogenabhängigkeit sind die möglicherweise kurzfristig
empfundene Besserung der psychischen Verfassung nicht wert. Dies gilt für alle
Drogen, auch für schwache Halluzinogene wie Haschisch.
Gibt
es Alternativen zu Antipsychotika?
Bei der medikamentösen
Behandlung
von schizophrenen Psychosen gibt es zurzeit keine Alternativen zum
Einsatz von Antipsychotika. Andere Medikamentengruppen können allenfalls ergänzend
hilfreich sein. Dazu gehören Mittel, welche die Stimmung stabilisieren und
beruhigen.
Absetzen beziehungsweise Verzicht
auf Medikamente
Die Konsequenzen eines Versuchs, ohne Medikamente
mit
der schizophrenen Psychose umzugehen, sind individuell sehr unterschiedlich.
Es gibt Patienten, die von positiven Erfahrungen berichten. Ausschlaggebend für
diese Erfahrungen ist sicher das Nachlassen der psychotischen Symptome, denn
auch ohne Medikamente erholen sich gelegentlich Menschen von einer
schizophrenen Psychose; die Stimmen kommen manchmal nach einigen Wochen zum
Schweigen, die Angst vor dem Verfolgtwerden lässt nach, die Empfindlichkeit nimmt
ab. Die meisten Betroffenen leiden jedoch im Gegenteil mehr. Antipsychotika
können den Zeitraum einer akuten Psychose bei einer Mehrheit aller Patienten
deutlich verkürzen. Mit ihrer Hilfe ist es sowohl für die Betroffenen als auch
für die Therapeuten schneller möglich, zusätzliche Massnahmen wie Psychotherapie
oder Soziotherapie einzusetzen. Mit einem umfassenden Therapieplan auf medikamentöser und
therapeutischer Ebene lässt sich die Situation rascher stabilisieren.
Antipsychotika
verbessern auch den Langzeitverlauf. Nahezu alle wissenschaftlichen Untersuchungen
dazu zeigen, dass die Rückfallgefahr im ersten Jahr nach einer
akuten Psychose 70 bis 80% beträgt. Kommen Antipsychotika zum Einsatz, liegt
die Rückfallrate bei 40 bis 50%. Diese Rate lässt sich sogar auf unter 20%
senken, wenn zusätzlich die zur Verfügung stehenden therapeutischen Massnahmen
ergriffen werden (Psychoedukation, Soziotherapie, Psychotherapie). Keine
Medikamente zu nehmen bedeutet, sein eigenes Rückfallrisiko deutlich zu erhöhen.