Die Medikamente
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Typische und atypische Antipsychotika
Man
unterscheidet heute zwischen typischen und atypischen Antipsychotika. Als typische Antipsychotika
gelten die konventionellen Mittel der «alten Generation». Sie dienen schon seit vielen Jahren der Behandlung
schizophrener Psychosen und wirken schnell und gut auf jene Symptome, welche das Erleben, Fühlen oder
Denken übersteigern (Positivsymptome wie Halluzinationen, Wahnideen, Ich-Störungen
und Störungen des Denkens). Viele Patienten meiden sie aber wegen ihrer teilweise starken, unangenehmen
unerwünschten Wirkungen. Am häufigsten kommen Bewegungsstörungen vor. Die typischen Antipsychotika haben
geringe Wirkung auf die Negativsymptome wie Sprachverarmung, Verflachung der
Gefühle oder Gleichgültigkeit, Energiemangel, Kontaktunfähigkeit und Konzentrationsstörungen.
Die
atypischen Antipsychotika sind die Mittel der «neuen Generation». Es sind moderne
Medikamente, die gegenüber den herkömmlichen Mitteln ungleich besser verträglich sind. Ihre Wirksamkeit
auf die Positivsymptome ist mit den typischen Antipsychotika absolut vergleichbar.
Sie gehen aber zusätzlich die Negativsymptome an. Der Bedarf an zusätzlichen Medikamenten
ist geringer, wenn atypische Antipsychotika eingesetzt werden. Sie verbessern die Lebensqualität der
Betroffenen deutlich. Die Erfahrung zeigt, dass die Patienten die modernen Medikamente eher wie verordnet
einnehmen und sie seltener eigenmächtig absetzen oder in ihrer Dosierung reduzieren. Dies alles bedeutet
für die Betroffenen:
- Besserung der einschränkenden
Symptome und der Lebensqualität.
- Seltenere Rückfälle und Klinikeintritte.
- Grössere
Wahrscheinlichkeit, erfolgreich an längerfristigen Therapien teilzunehmen, um schliesslich wieder vollständig
in die Gesellschaft eingegliedert zu werden.
Die Überlegenheit
der modernen Medikamente zeigte sich in einer Umfrage bei 650 Psychiatern in Europa: Eine Mehrheit (70-90%,
je nach Land) würde ein psychotisches Familienmitglied mit einem modernen atypischen Antipsychotikum
behandeln.