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bullet  Unerwünschte Wirkungen der Medikamente

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Zu Beginn der medikamentösen Behandlung können manche Patienten Schläfrigkeit, Unruhe, Muskelzucken, Schwindel oder Mundtrockenheit spüren. Normalerweise reduziert sich die Müdigkeit mit der Dauer der Therapie. In jedem Fall sollte der Betroffene mit seinem Arzt über die von ihm beobachteten unerwünschten Wirkungen sprechen!

Bewegungsstörungen
(genannt «extrapyramidale Nebenwirkungen»)

Bekannt und für viele Patienten besonders störend ist, dass manche Antipsychotika den Bewegungsbereich beeinflussen können. Betroffen sind sowohl die «Feinmotorik » als auch die «groben» Bewegungsabläufe. Besonders empfindliche Patienten erleben die unerwünschte Wirkung als Sitzunruhe. Sie haben den quälenden Drang, sich laufend zu bewegen und können kaum noch still sitzen. Nach längerer Therapie kann sich das Problem steigern. Spezifische Fehlbewegungen treten auf, beispielsweise ruckartiges Herausstrecken der Zunge oder unwillkürliches Schneiden von Grimassen. Bei den modernen, atypischen Antipsychotika treten solche Bewegungsstörungen deutlich seltener als bei den früheren Medikamenten - oder gar nicht - auf.

Unbewusste Körperfunktionen

Das «vegetative Nervensystem» steuert viele wichtige von uns nicht bewusst kontrollierbare Körperfunktionen. Antipsychotika können bei empfindlichen Patienten das vegetative Nervensystem beeinflussen. Zum Beispiel können sie den Speichelfluss erhöhen. Möglich ist auch, dass sich der Kreislauf langsamer als sonst an körperliche Veränderungen anpasst. Steht ein solcher Patient schnell auf, erlebt er für einen kurzen Moment Schwindelgefühle.

Körpergewicht

Unter Einnahme von Antipsychotika können Veränderungen der Essgewohnheiten auftreten. In einigen Fällen kann das zu erheblicher Gewichtszunahme führen. Zusätzliche Informationen einer Diätberatungsstelle können hier hilfreich sein. Aber auch der Arzt kann beratend zur Seite stehen, wenn es darum geht, welches Antipsychotikum voraussichtlich am wenigsten Einfluss auf das Gewicht haben wird. Eine bedeutende Gewichtszunahme ist wegen den damit verbundenen gesundheitlichen Risiken (Zuckerkrankheit, Herz-Kreislauferkrankungen) ein Grund, in Abstimmung mit dem Arzt über den Wechsel des Antipsychotikums nachzudenken.

Sexualität/Menstruation

Die Sexualität ist ein sehr intimer Bereich menschlichen Erlebens. Sie kann unmittelbar durch psychische Störungen sowie durch äussere Veränderungen beeinflusst werden. Es gibt Antipsychotika, die auf den Hormonhaushalt wirken. Insbesondere eine Erhöhung des Hormons Prolaktin wurde beobachtet. Eine längerfristig erhöhte Ausschüttung von Prolaktin verursacht unter Umständen hormonelle und sexuelle Fehlfunktionen: vermindertes sexuelles Interesse, beeinträchtigte sexuelle Leistungsfähigkeit, Brustwachstum, Austreten von Flüssigkeit aus den Brustwarzen, Ausbleiben der Menstruation bei Frauen können mögliche Folgen sein. Es ist wichtig, den Körper in dieser Hinsicht zu beobachten. Es gibt Antipsychotika, die derartige unerwünschte Wirkungen praktisch nicht auslösen. Betroffene sollten sich nicht scheuen, das Thema im Hinblick auf den Wechsel zu einem Antipsychotikum mit geringer Wahrscheinlichkeit einer Prolaktinerhöhung mit dem Arzt zu besprechen.

Weitere körperliche Risiken

In Bezug auf die körperlichen Risiken von Antipsychotika lässt sich keine allgemeine Aussage machen. Diese hängen ab von bestehenden körperlichen Problemen und dem individuellen Gesundheitszustand jedes einzelnen Patienten und beeinflussen seine Reaktion auf die Medikamente. Es kann vorkommen, dass

  • sich die Blutzusammensetzung verändert,
  • sich die Erregungsleitung des Herzens verändert,
  • epileptische Anfälle auftreten,
  • die Blase nicht spontan entleert werden kann.

Die Einnahme von Antipsychotika beinhaltet ein eher geringes körperliches Risiko. Sorgfältige ärztliche Überwachung kann das geringe Risiko noch zusätzlich vermindern.

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Last Update 11.07.2016 15:33:34