psychosis.ch, Informationsplattform Psychose Français 
bullet  Schizophrene Psychosen

Welche Symptome und Beschwerden kennzeichnen die Krankheit?

Schizophrene Psychosen verändern das Erleben und das Verhalten der Betroffenen in vielfältiger Art. Sie behindern die Orientierung in der Gegenwart und die Bewältigung des Alltags. Die Betroffenen fühlen sich in der Regel nicht gut, sie sind zerstreut, gleichgültig und reizbar. Sie haben Angst, manchmal geht es bis hin zu Panik. An schizophrenen Psychosen Erkrankte nehmen ihre eigene Person nur schlecht oder anders wahr, als sie von ihren Mitmenschen gesehen werden. Viele Betroffene sind misstrauisch, ihre Gedanken kommen anderen Menschen sonderbar, ja bizarr vor. Als Folge davon fühlen sie sich einsam, verwirrt und wissen oft nicht mehr, wer sie eigentlich sind.

Schizophrene Psychosen zeigen sich in Halluzinationen, Wahnvorstellungen, aber auch in veränderten Bewegungsabläufen und Sprachstörungen. Die Wissenschaft unterscheidet Positiv- und Negativsymptome.

Positivsymptome
(Übersteigerungen des normalen Erlebens)

  • Halluzinationen/Illusionen
    Diese Wahrnehmungsstörungen betreffen das Hören, Sehen, Riechen oder Fühlen von Dingen, die nicht wirklich vorhanden sind. Das können Stimmen, Worte oder Klänge sein, die für andere nicht wahrnehmbar sind. Oder das Gefühl, verfolgt zu werden, obwohl keine aussen stehende Person den Anlass erkennt. Bei einer Illusion wird ein Sinnesreiz falsch gedeutet.
  • Wahnideen
    Wahnideen sind für aussen Stehende nicht nachvollziehbare Beurteilungen der Realität. Die Betroffenen haben (für Beobachter) bizarre Vorstellungen, an  denen sie unkorrigierbar festhalten. Beispielsweise ist ein Patient fest davon überzeugt, dass Marsianer die Erde mit Ufos angreifen. Oft plagt Betroffene das unumstössliche Gefühl, verfolgt, getäuscht, vergiftet oder bespitzelt zu werden. Als Urheber solcher «Spionagen» erkennen die Kranken die Mafia, die CIA oder andere Geheimdienste. Zu den Wahnvorstellungen gehört die Überschätzung der eigenen Kräfte, etwa die Idee, man könne das Wetter oder das Weltgeschehen manipulieren. Man ist überzeugt, eine berühmte Gestalt zu sein: z.B. Gott oder Napoleon.
  • Ich-Störungen
    Die Betroffenen glauben, ihr Inneres sei schutzlos ausgeliefert, d. h. jemand könne ihnen Gedanken eingeben oder entziehen und verändern. Sie sind beispielsweise davon überzeugt, dass Strahlen ihr Denken beeinflussen oder, dass alle Menschen ihre Gedanken «mitlesen» können.
  • Störungen des Denkens
    Die Gedanken purzeln durcheinander und den Betroffenen gelingt es nicht mehr, klar zu denken. Ihr Denken ist umständlich. Die Gedanken lassen sich nur schwer oder gar nicht logisch verknüpfen.

Dass die genannten Probleme die Betroffenen misstrauisch und unsicher machen, ist verständlich. Die meisten ziehen sich gefühlsmässig zurück und kapseln sich von der Gesellschaft ab, denn andere Menschen können sie sehr oft nicht verstehen. Das genannte Beschwerdebild ist die Grundlage von Vorurteilen der Gesellschaft gegen Menschen mit schizophrenen Psychosen. Wer nicht weiss, wer er ist, nicht so rasch wie andere denken kann und zudem noch Dinge erlebt, die anderen verborgen bleiben, ist «verrückt» und für viele bedrohlich.

Negativsymptome
(Einschränkungen des normalen Erlebens)
Die Negativsymptome sind Kernsymptome der schizophrenen Psychose. Sie kommen sehr häufig vor: die Sprache verarmt, Gefühlsänderungen (Affekte) bleiben aus. Die Kranken wirken gleichgültig. Sie scheinen in ihren Gefühlen hängen zu bleiben. Sie haben wenig Energie, sind ohne Antrieb und unfähig, Freude, Traurigkeit oder Ärger zu empfinden. Ihre Möglichkeiten, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen und zu bleiben sind beschränkt und sie leiden unter mangelnder Konzentration. Es sind gerade diese Negativsymptome, welche für die Probleme in den sozialen und beruflichen Funktionen entscheidend sind. Denn die Umgebung sieht darin oft nicht Krankheitsmerkmale, sondern Faulheit oder Disziplinlosigkeit. Die Unterscheidung der Negativsymptome von depressiven Symptomen kann schwierig sein und ist Sache der Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie.

AstraZeneca AG  |  Grafenau 10  |  CH-6301 Zug
Telefon: +41 41 725 75 75  |  Fax: +41 41 725 76 76  |  Email: info@astrazeneca.ch
Datenschutzrichtlinien  Nutzungsbedingungen
Last Update 11.07.2016 15:33:34