Schizophrene Psychosen
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Was verursacht schizophrene Psychosen?
Nach
dem heutigen Verständnis kommt es in der Vorphase einer schizophrenen Psychose zu
Störungen des Nervenstoffwechsels. Man könnte die Erkrankung daher
als «Stoffwechselstörung des Gehirns» bezeichnen. Die Nervenzellen stehen in andauerndem
Informationsaustausch. Körpereigene Botenstoffe, genannt Neurotransmitter,
sind daran beteiligt. Bei Menschen mit schizophrenen Psychosen geraten die Botenstoffe
in ein Ungleichgewicht. Das beeinträchtigt die Informationsübertragung zwischen
den Nervenzellen. Die Folge können psychotische Symptome (Krankheitszeichen) sein.
Man spricht dann von einer schizophrenen Psychose.
Die
frühen Ursachen
Die Wissenschaft macht verschiedene Faktoren
für die Entstehung der schizophrenen Psychose verantwortlich. Die Ursachen lassen sich heute aber nicht
abschliessend bestimmen. Sicher spielt Vererbung eine Rolle. Aber die Gene erklären nicht alles. Beispielsweise
begünstigen Erkrankungen kurz vor oder während der Geburt (Sauerstoffmangel des Gehirns), schwierige
Lebensumstände oder einschneidende Erfahrungen in der Lebensgeschichte das Auftreten der Krankheit.
Auslöser können auch Drogenerfahrungen sein.
Die Vorzeichen
Bereits
Jahre vor dem ersten Ausbruch der Krankheit erleben viele Betroffene Frühsymptome (Vorzeichen). Beispielsweise
können sie Angstzustände belasten oder sie verlieren das Interesse an ehemals wichtigen Dingen. Viele
ziehen sich zurück, ändern ihre persönlichen Gewohnheiten oder sie vernachlässigen Werte wie Pünktlichkeit,
Hygiene oder ein gepflegtes Äusseres. Diese Symptome können durchaus einer Depression ähneln und als
depressive Störung verkannt werden. Betroffene, Angehörige oder Freunde erkennen in solchen Veränderungen
meistens nicht die Frühsymptome einer schizophrenen Psychose. Es ist bekannt, dass sich schizophrene
Psychosen bereits im Frühstadium effektiv behandeln lassen. Der Krankheitsverlauf wird dadurch günstig
beeinflusst.
Dagegen kann Drogenmissbrauch psychotische Krisen
auslösen, den Krankheitsverlauf verschlimmern oder weitere Episoden fördern. Manche Betroffene sehen
das anders. Sie glauben, ihre Beschwerden mit Drogen, z.B. Haschisch, lindern zu können. Das ist aber
ein Trugschluss.
Der Verlauf
Schizophrene
Psychosen müssen nicht chronisch verlaufen. Die Krankheit ist auch nicht in jedem Fall schwer. Ungefähr
ein Drittel aller betroffenen Patienten erleben eine Psychose und genesen danach vollständig. Ein weiteres
Drittel hat gelegentliche Rückfälle und braucht zeitweise Unterstützung in einer Klinik. Diese Menschen
sind in guten Phasen durchaus in der Lage, ihren Alltag erfolgreich zu meistern. Nur das letzte Drittel
benötigt intensive Betreuung, welche die Möglichkeiten einer Familie oder von Freunden meistens übersteigt.
Ziel
der medikamentösen Behandlung ist die Kontrolle der Symptome (ein Rückgang der psychotischen Symptome).
Dies beinhaltet für den Patienten eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität.